
Outdoor-Aktivitäten abseits der Piste: Wintersport in XXL-Dimension im Schweizer Kanton Wallis
Wer seinem Wintersport-Level ein ordentliches Upgrade verpassen möchte, sollte in den Schweizer Kanton Wallis reisen. Warum? Im Vergleich zu deutschen und selbst österreichischen Bergregionen ist hier alles noch „höher, weiter, eisiger“ oder kurz gefasst in XXL-Dimension. Ganze 45 Viertausender sind hier beheimatet. Das bedeutet für Wintersportler nicht nur höchstgelegene Skigebiete, sondern absolut schneesicheres Vergnügen bis in den April. Auf meiner vergangenen Reise in die Walliser Alpen ging es allerdings nicht direkt auf die Piste. Ausgestattet mit Steigeisen, Helm und weiterem Equipment ging es in ganz neue Winter-Abenteuer. Deshalb bleibt dran und lest diesen Beitrag – es wird spannend! [Werbung/Pressereise]

Für all Diejenigen, die sich in der Schweiz nicht so gut auskennen: Wallis ist der südlichste Kanton der Schweiz. Er ist bekannt für sein mildes Klima im Sommer aber auch die eisigen Temperaturen im Winter. Hier befindet sich auch das Matterhorn, das Wahrzeichen der Schweiz. Ein echtes Highlight der Region ist der Aletschgletscher. Er ist der größte Gletscher Mitteleuropas und UNESCO-Weltnaturerbe. Während meiner Reise haben wir diesen besucht und uns in der Aletsch Arena auf eine Schneeschuhwanderung begeben. Weiterhin führte es uns 50 Kilometer weiter südlich nach Saas-Fee auf eine spektakuläre Winter-Klettertour.

Schneeschuhwandern in der Aletsch Arena
Treffpunkt ist die Talstation der Luftseilbahn Bettmeralp. Von hier aus erreicht man das meist sonnige Plateau der Aletsch Arena. An unserem Anreisetag ist das Wetter jedoch sehr eisig, windig und nebelig. Wir lassen uns nicht abschrecken, denn unser Guide Martin Nellen ist ein erfahrener und diplomierter Bergführer. Er bezeichnet die Aletsch Arena als sein Wohnzimmer seit Kindheitsstuben. Heute wird er uns abseits der Winterpfade in die Tiefen des Aletschwaldes führen. Wäre da nur nicht dieser dichte Nebel.

Oben auf der Bergstation angekommen, begeben wir uns nicht weit von der Skipiste in ein völlig naturbelassenes Areal. Es scheint so, als wäre hier zuvor niemand gewesen. Wir sehen in ein Weiß wohin das Auge schaut. Vereinzelt findet man hier einen kleinen, vereisten Baum oder Strauch, der tief im Schnee eingebettet ist. Hier ist man komplett abgeschottet von der Zivilisation.

Wir schlüpfen in die Schneeschuhe, werden mit Skistöcken ausgestattet und es geht los. Als Gruppe bleiben wir eng zusammen und folgen unserem Guide durch Wind und Wetter. Die Schneedecke ist teilweise mehr als 1 Meter tief. Manchmal wird man von ihr getragen, manchmal sackt man überraschend schnell und tief ein. Schneeschuhwandern ist hier unter diesen Bedingungen ein echtes Abenteuer. Beim näheren Blick auf die Schautafel bin ich mehr vom Zustand der Vereisung als über die Inhalte fasziniert.

Guide Martin legt regelmäßig einen Zwischenstopp ein und hätte uns gern den einen oder anderen Panoramablick gezeigt. Unsere Reisegruppe ist jedoch in bester Laune, genießt die tiefen Schneemengen, das Knirschen der fest gefrorenen Schneeschichten und hält das einmalige Naturschauspiel fotografisch fest. Während unserer Tour erfahren wir, dass Martin Nellen bereits in einigen TV-Sendungen und Reportagen zum Aletschgletscher als Interview-Partner und Schauspieler mitgewirkt hat. Mit seinem jahrzehntelangem Wissen über Natur und Wandel gilt er heute als Koryphäe der Region rund um die Themen Aletschgletscher, die Gletscher-Schmelze und der Klimaschutz. Weitere Infos über geführte Bergtouren sowie Martin Nellen findet Ihr hier.
Auf Alpine Canyon – Winter Tour in Saas-Fee
Ebenfalls im Schweizer Kanton Wallis befindet sich der Urlaubsort Saas-Fee – auch als Perle der Alpen bekannt. Hier präsentieren sich idyllisch-authentische Dorfbilder umrahmt von einer atemberaubenden Bergwelt. Der Weg zum Bergführerbüro der Saas-Fee-Guides ist ruhig und verschneit. Auf den engen Straßen im Ort bewegen sich ausschließlich Fußgänger und schmale Transportautos. Saas-Fee gilt ansonsten als autofrei.

Dass man sich im Winterurlaub spektakulär von einem Ort zum anderen bewegen kann, ist uns sicherlich bekannt. Was jedoch genau hinter einer Alpine Canyon – Winter Tour steckt, hätte ich nicht ansatzweise vermutet, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte. Ich sag nur „Adrenalin-Kick“ pur!

Angekommen im Bergführerbüro werden wir mit der Ausstattung von Klettergurten, Helm und Steigeisen mental auf das kommende Abenteuer eingestellt: Die Alpine Canyon – Winter Tour. Guide Marc führt uns über Wanderwege in ein nahe gelegenes Talareal nach Saas-Grund zur Feeschlucht. Die Landschaft wird bergig, felsig, steil. Es wird Zeit, ins Steigeisen zu steigen. Noch nie davon gehört? Das ist ein unerlässlicher Ausrüstungsgegenstand des hochalpinen Bergsteigers. Es wird direkt am Schuh befestigt und sichert das Laufen und Klettern auf glatten sowie unebenen Schnee- und Eisflächen.

Die erste Felsschlucht mit einem spektakulären Blick in die Tiefe ist erreicht. An einer Feldwand befindet sich ein Warnschild, das auf eine ausschließliche Guidebegleitung hinweist. Wir haben zum Glück Marc mit dabei und steigen ein in eine Art Kletterparcour. Er bereitet den ersten „Flug“ über die Seilrolle auf einer kleinen Plattform vor. Die Teilnehmergruppe ist teils euphorisch, teils skeptisch eingestimmt.

Mehrfach gesichert vom Gurtset geht es über die Rolle über ein ca. 150 Meter tiefes Tal zur gegenüberliegenden Feldwand. Vom Fels springt man sitzend ab. Marc erklärt uns genau, worauf es ankommt. Auf der ersten Tour befinde ich mich zwischen Höhenrausch, Begeisterung und ein wenig Angst. Was man hier sieht ist naturbelassene Natur: türkisfarbene Wasserfälle im Schneetreiben, Eiszapfenwände zwischen 80 bis 120 Meter hoch und gigantische Felswände, die uns „auffangen“ und zur nächsten Station weiter leiten.

Einige Wege führen uns vertikal in die Schluchten über Steigleitern. Absolute Highlights der Alpine Canyon – Winter Tour sind eine Hängebrücke mit tollem Ausblick ins Tal, eine 26-m-hohe Abseilstelle und der Weg über die Seilrolle in ein Felsloch. Dort angekommen befindet man sich in einer Höhle – ein sehr beeindruckender Ort zum Klettern und Fotografieren. Der Ausgang der Höhle geht über eine Steigleiter ins Freie. Wir fühlen uns wie Helden aus einem Survival-Film. Ich kann die Tour wirklich empfehlen voller neuer Eindrücke, Perspektiven, sportlicher Herausforderungen und besonderen Naturschauspielen. Weitere Infos hierzu und dem Anbieter Saas-Fee-Guides findet Ihr hier.

Herzlichen Dank an Andrea von My Switzerland, Michelle von Saas-Fee, Nadine von der Aletsch-Arena und Miriam von Valais Promotion für die Einladung in den Schweizer Kanton Wallis.

