
Zwei Orte, viele Erlebnisse: von Boppard nach Bad Salzig am Mittelrhein
Zwischen steilen Weinbergen, historischen Bauwerken und dem breiten Strom des Rheins liegen Boppard und Bad Salzig – und das nur 5 Kilometer voneinander entfernt. Auf einer kurzen und kompakten Strecke kann man hier wunderbar den Mittelrhein an gerade einmal EINEM Wochenende erkunden. Dank der direkten Bahnverbindungen entlang der linken Rheinstrecke ist Boppard bequem über Koblenz, Mainz oder Köln auch ohne Auto erreichbar. In diesem Beitrag findet Ihr verschiedene, auserwählte Tipps, wie Ihr hier Euer Wochenende zu einer ganz besonderen Auszeit gestalten könnt. [Pressereise]

Bevor die Reise beginnt, habe ich für Euch ein paar wichtige Einstiegsinfos zusammen getragen. Habt Ihr es gewusst? Boppard und Bad Salzig gehören zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal in Rheinland-Pfalz. Die Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche Kulturlandschaft entlang des Rheins, die über Jahrhunderte durch Weinbau, Handel und Burgenbau geprägt wurde und heute zu den eindrucksvollsten Flusslandschaften Europas zählt. Besonders die römische Vergangenheit ist vielerorts noch spürbar und verleiht Boppard und Bad Salzig eine historische Tiefe. Die beiden Orte liegen rund 20 bis 25 Kilometer südlich von Koblenz und bieten eine große Vielfalt an Erlebnissen, die weit über die Kultur und Geschichte der Region reichen.

Ein guter Ausgangspunkt ist das traditionsreiche Bellevue Rheinhotel in Boppard. Das Haus prägt seit mehr als einem Jahrhundert die Rheinuferpromenade, verfügt über einen Wellnessbereich und liegt direkt am Fluss. Von vielen Zimmern und der Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick auf den Rhein und die vorbeiziehende Schifffahrt. Gleichzeitig befindet man sich nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt. Direkt gegenüber dem Bellevue Rheinhotel befindet sich die Anlegestelle der KD (Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt). Wer hier eincheckt, sollte auf jeden Fall eine Rheinfahrt machen. Die Schiffe fahren hier nach Koblenz Richtung Norden sowie nach St. Goar und Bingen Richtung Süden.

Wer Boppard auf entspannte und informative Weise kennenlernen möchte, findet mit den Touren von Boppard Tours eine besondere Möglichkeit: Eine Stadtführung mit dem Bollerwagen, die Geschichte, Genuss und Bewegung miteinander verbindet. Wir waren mit Guide und Tourenbetreiber Sebastian unterwegs (Foto oben Mitte). Er hat uns zu den sehenswerten Stationen der Stadt geführt wie zum Beispiel zur Basilika St. Severus, eines der bedeutendsten sakralen Bauwerke am Mittelrhein. Die heutige Basilika St. Severus stammt überwiegend aus den Jahren ca. 1150–1236. Das Gebäude besteht jedoch auch aus frühesten christlichen Vorgängerbauten. Während der Besichtigung hatten wir die einmalige Gelegenheit, über eine Stiege das frühchristliche Taufbecken aus dem 6. Jahrhundert zu sehen (Fotos oben rechts).

Ebenfalls lohnenswert ist das Museum der Stadt Boppard in der Kurfürstlichen Burg. Dort befindet sich eine der wichtigsten Sammlungen zu Michael Thonet, dem berühmten Erfinder der weltbekannten Bugholzmöbel. Sein innovatives Bugholzverfahren revolutionierte die Möbelherstellung im 19. Jahrhundert und machte leichte, elegante Holzstühle weltweit salonfähig. Viele seiner Entwürfe gelten bis heute als Designklassiker und sind im Museum in Boppard eindrucksvoll dokumentiert. Vom Turm des Museums hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und den Rhein. Auch über die Ausstellung hinaus wird das Stadtbild von Bugholzmöbeln geprägt (Foto oben links).

Viele Möglichkeiten stehen offen, um von Boppard nach Bad Salzig zu gelangen. Entweder bequem mit dem Zug oder Auto, sportlich mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf dem Rheinuferweg. Übrigens: Bad Salzig ist ein Stadtteil von Boppard, offiziell heißt es Ortsbezirk. Hier wird man deutlich ruhiger empfangen. Mittelpunkt des Kurortes ist der historische Kurpark, eine weitläufige, gepflegte Grünanlage mit altem Baumbestand und idyllischen Spazierwegen. Das öffentlich zugängliche Kneipp-Becken bietet die Möglichkeit, die belebende Wirkung des Wassertretens nach Sebastian Kneipp zu erleben und ist eine wohltuende Erfrischung besonders bei heißen Temperaturen.

Zur Erkundung des Kurparks Bad Salzig erwartete uns dann eine ganz besondere Möglichkeit: Gemeinsam mit den Mittelrhein Alpakas von Linda Kläser erlebten wir die Anlage in entspannter aber dennoch tierisch guter Atmosphäre. Die sanftmütigen Alpakas entschleunigen den Spaziergang und machen ihn zu einem unvergesslichen Erlebnis. Jedes Tier hat dabei eine besondere Rangfolge in der Herde und seinen ganz speziellen Charakter. Mein Begleiter hieß Eumel, war sehr pflegeleicht, anpassungsfähig und sogar bereit für ein lustiges Abschluss-Selfie. Im Kurpark Bad Salzig kann man ebenso das salzhaltige Quellwasser der historischen Leonorenquelle probieren. Das leicht salzige Wasser erinnert an die lange Heilbad-Geschichte des Ortes und macht den Spaziergang besonders authentisch.

Auch touristisch entwickelt sich die Region enorm weiter. Das neue Jakobsberg Nature Resort hoch oberhalb von Boppard im sogenannten „Tal der Loreley“ befindet sich seit Mai diesen Jahres in der Soft-Opening-Phase. Bereits mehrere Bereiche sind geöffnet, der vollständige Betrieb wird für diesen Sommer ab Juli 2026 erwartet. Das Resort setzt dabei auf ein gehobenes Luxus- und Rückzugskonzept in Alleinlage mit insgesamt 86 großzügigen Zimmern, 2 Restaurants, 4 Tagungsräumen, weitläufigen Außenanlagen , einem Golfplatz und sogar einen Hubschrauberlandeplatz. Offiziell ist es nicht klassifiziert, würde jedoch in die 5-Sterne-Kategorie fallen.

Besonders beeindruckend ist der Wellness-Bereich, teilweise mit tollem Blick auf den Rhein, ausgestattet mit 2 Saunen, 2 Schwimmbädern, darunter ein Infinity-Pool auf dem Dach, großzügige Ruhezonen im Innen- und Außenbereich sowie buchbare Massagen & Beauty-Anwendungen. Die Ausrichtung insgesamt setzt auf Ruhe und ein gehobenes Ambiente. Da das Resort direkt an beliebten Wanderrouten liegt, möchte man sich zusätzlich auch für ein spontanes Lauf- und Wanderpublikum öffnen mit einem zugänglichen Biergarten.

Der Extra-Tipp: Eine Weinwanderung durch den Bopparder Hamm
Hierbei handelt es sich um die größte zusammenhängende Rebfläche des Weinanbaugebiets Mittelrhein (Größe ca. 75 Hektar) mit spektakulären Ausblicken auf den größten Rheinbogen der Region. Auf unserer Tour begleitete uns der Wanderführer Michael Altmaier, bei denen wir viel Wissenswertes über Weinbau, Landschaft und der Bewirtschaftung in Steillage erfahren haben. Ein toller Zwischenstopp war ein Weintasting mit seiner Frau in einem Wanderpavillon mit Blick auf die schöne Flußschleife. In den steilen Schieferlagen entstehen hier vor allem charaktervolle Rieslinge mit ausgeprägter Mineralität und feiner Frucht, die zu den besten Weinen der Region zählen.

Der Bopparder Hamm wird wegen seiner extrem steilen Hänge überwiegend in aufwendiger Handarbeit bewirtschaftet, wobei moderne Techniken wie Seilzüge den Winzern den Transport von Trauben und Material erheblich erleichtern. Auch Drohnen kommen neuerdings zum Einsatz für die Luftbild-Erfassung und Bestandskontrolle der Reben. Übrigens der Begriff „Traumpfade“ im Mittelrhein bezeichnet offiziell zertifizierte Premium-Rundwanderwege, die vom Deutschen Wanderinstitut ausgezeichnet werden und Teil der Marke „Traumpfade im Rhein-Mosel-Eifel-Land“ sind (Foto oben links).


